Anti-Kontrollprogramm - Problemtherapeut Axel Hoge

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Anti-Kontrollprogramm

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Das Anti-Kontrollprogramm - 1 Hilfe bei Problemen mit dem Hund.
Woran erkennen wir kontrollierendes Verhalten bei unserem Hund bzw. was machen wir falsch?

Dieses Programm stellt lediglich eine zusätzliche Ergänzung zur Umkonditionierung von Fehlverhalten dar. Für ein grundlegendes Therapieprogramm bedarf es zusätzlich der kompetenten Anleitung eines erfahrenen Trainers oder Problemhundetherapeuten bzw. eines Tierverhaltenstherapeuten. Bedenken Sie, dass bei Aggressionsverhalten dringend professionelle Hilfe notwendig ist.

falsch ist
Er lässt sich mehrfach bitten oder ignoriert es völlig, wenn wir etwas von ihm wollen. Wohingegen wir seine Aufforderung zum Streicheln, Füttern, für Zuwendung und zum Hinausgehen sofort bereitwillig befolgen.

richtig ist
Sie streicheln und Füttern den Hund nur dann, wenn Sie wollen, nicht wenn Ihr Hund dies möchte. Reagieren Sie auf das Anstupsen mit der Nase und ähnlichen Aufforderungen Ihres Tieres indem Sie wortlos körperaktiv zurückstupsen. Schicken Sie ihn hin und wieder einfach weg. Sie alleine bestimmen Zeit, Ort und Dauer der Zuwendungen, nicht der Hund. In den ersten 2 Tagen räumen Sie jegliche Ressourcen wie Spielzeug beiseite, er darf sich nur noch mit Ihnen gemeinsam mit Beute beschäftigen.

falsch ist
Er bestimmt, wo er im Haus liegen darf oder sich aufzuhalten hat, während niemand von uns ihm seinen Liegeplatz jemals streitig macht. Er geht uns voraus bei Türen und Treppen und springt aus dem Auto, sobald die Tür geöffnet wird.

richtig ist
Sie steigen nicht über Ihren Hund, wenn dieser mal wieder am Boden liegend die Tür blockiert, sondern scheuchen ihn auf. Sie lassen Ihren Hund nicht zuerst aus der Tür laufen, da Sie dieses Vorrecht haben. Sie suchen sich keinen anderen Platz nur weil Sie Ihren Hund auf dem Sessel schlafend nicht wecken möchten, sondern schubsen ihn runter. Täglich wird er für mindestens 30 Min. auf seinen Platz verwiesen, wo er zu bleiben hat, bis wir ihm erlauben aufzustehen. Dieser Platz darf sich nicht an strategisch wichtigen Orten befinden, also nicht im Flur oder an der Haustür bzw. Garten- oder Balkontür.

falsch ist
Er bekommt sozusagen als Erster seine Mahlzeit, wir haben uns symbolisch mit dem zufrieden zu geben, was er uns "übrig" lässt, indem wir nach ihm essen. Er beansprucht herumliegende Nahrungsmittel, während er uns energisch vom Futternapf vertreibt und sich Nahrung nicht oder schwer wieder abnehmen lässt.

richtig ist
Füttern Sie ihren Hund einmal täglich. Lassen Sie das Futter 10 Minuten stehen und nehmen Sie den Rest wortlos weg. Bevor er zum Futternapf darf, muss er Sie anschauen. Wenn er zur Schüssel drängelt, stellen Sie sich zwischen den Hund und den Napf und blockieren den Weg zur Schüssel. Sobald er den Blickkontakt zu Ihnen zeigt, darf er an die Futterschüssel und fressen. Nahrung in Form von z.B. Schweineohren usw. darf er nur fressen, während Sie selbige festhalten um Kontrolle über diese Ressource zu haben. Überlassen Sie den Hund nicht sich Selbst, Beute gibt es nur noch nah beim Menschen. Zerren Sie niemals etwas aus der Hundeschnauze! Fixieren Sie den Hund locker am Halsband und halten Sie wortlos Ihre Hand unter die Hundeschnauze, sobald der Hund seine Beute loslässt belohnen Sie ihn mit Futter. Bleiben Sie anfangs geduldig und ruhig bei dieser Übung.

falsch ist
Er markiert außerhalb, und innerhalb des Hauses sein Territorium, wozu auch Unsauberkeit gehört.

richtig ist
Ein Hund, der auf seinem Platz liegen muss und dadurch unter ständiger Beobachtung ist, hat gar keine Möglichkeit die Wohnung zu verunreinigen. Ein Hund der frei in der Wohnung umherlaufen darf, nimmt sich irgendwann das Recht, sein Revier auch zu markieren. Häufig kann auch zu viel Stress draußen, die Ursache für das Entleeren zu Hause sein.

falsch ist
Unterwegs hält er das Rudel zusammen, indem er mal hinter, mal neben, mal vor uns läuft und kaum zulässt, dass ein menschliches Rudelmitglied hinter der Gruppe zurückbleibt oder voraus geht.

richtig ist
Achten Sie darauf, dass Ihr Hund nicht vor Ihnen läuft, sondern immer auf gleicher Höhe mit  Ihnen bleibt. Zieht er dennoch voraus, stellen Sie sich vor das Tier und blockieren es wortlos mit einer deutlichen Körperhaltung. Halten Sie die Leine hinter Ihrem Rücken, so dass er keine Möglichkeit hat, voraus zu laufen. Orientiert sich der Hund wieder an Ihnen so belohnen Sie dieses richtige Verhalten sofort.

falsch ist
Er manipuliert uns durch unterwürfiges Verhalten, dem wir viel zu oft nachkommen. Wir bemitleiden ihn und geben zu oft nach, wenn es um Leckerli, Zuwendung oder "etwas nicht tun müssen" geht.

richtig ist
Unterlassen Sie in den ersten Tagen jede körperliche Zuwendung. In der Folge können Sie ihn bei besonderen Leistungen kurz streicheln. Ansonsten loben Sie ihn durch Leckerchen aus der Hand! Täglich wird der Hund 5 Minuten lang gebürstet und "untersucht". Dazu lassen Sie ihn zeitgleich kleine Leckereien aus Ihrer Hand fressen. Nehmen Sie ihn während dieser Prozedur an die Leine und nehmen Sie ihm Fluchtmöglichkeiten. Reagieren Sie auf eventuelles Mitleid erregendes Verhalten indem Sie zurück nerven und das Futter entziehen. Hat der Hund sich beruhigt, lassen Sie ihn wieder an das Futter. Erhöhte Liegeplätze wie Ihr Bett oder das Sofa sind für den Hund erst einmal tabu!

falsch ist
Er bestimmt, wohin das Rudel geht, das heißt, er zieht an der Leine und zieht Herrchen/Frauchen hinter sich her, bzw. lässt sein Herrchen/Frauchen warten, wenn er unterwegs etwas zu untersuchen gedenkt

richtig ist
Mehrmals am Tag üben Sie mit ihrem Hund 10 Minuten eine Übung, die er kann, dann eine neue oder unsichere Übung und danach eine Übung, die er sicher kann. In der ersten Woche finden diese Übungen im Haus statt, in der zweiten und dritten Woche findet die zweite Übung im Rahmen des Spaziergangs statt Das besondere Merkmal dieser Übungen ist, dass Sie sich vorher genau überlegen, was Sie mit ihm üben wollen. Die Übungen sollen flott aufeinander folgen und die Kommandos so gegeben werden, dass der Hund sie prompt und zügig befolgt. Zieht er an der Leine, wechseln Sie ohne Worte kurzerhand die Richtung bzw. bleiben Sie einfach abrupt stehen. Wenn sich der Hund mit Schnüffeln zum Beispiel an Grasbüscheln aufhält, drängen Sie ihn körperaktiv weg und belohnen Sie seine darauf hin folgende Aufmerksamkeit zu Ihnen

falsch ist
Er verteidigt unaufgefordert Territorium und das Rudel gegen Artgenossen und fremde Menschen.
Das macht ihn laut, störend und oft auch aggressiv.

richtig ist
Das steht dem Hund nicht zu, sondern nur Ihnen alleine. Nehmen Sie ihn an der Leine mit zur Tür und lassen ihn neben sich absitzen, öffnen Sie die Tür und begrüßen Sie die Fremden. Steht er auf und möchte zur Tür, drängen Sie ihn wortlos körperaktiv zurück, bis er nachgibt und belohnen Sie sofort dieses neue gewünschte Verhalten.

falsch ist
Indem er fortläuft und nicht kommt, wenn wir ihn rufen, verhält er sich im Grunde genommen nicht anders als das Alphatier, das die Jagd einleitet.

richtig ist
Lassen Sie Schreien, Herumbrüllen und Kommandos weg, Ihr Hund orientiert sich sowie nicht daran. Allein durch das Weglassen von Sprache und durch körperaktiven Umgang wird er aufmerksamer. Üben Sie aufmerksames Verhalten an der kurzen Leine mit Futter solange, bis auf einen Meter Distanz regelmäßiger Blickkontakt gewährleistet ist. Danach gestehen Sie dem Hund einen weiteren Meter zu. Werfen Sie ihm an der nun erarbeiteten längeren Leine wieder Futterbrocken zu, um noch mehr Aufmerksamkeit und eine Erwartungshaltung aufzubauen. Erst wenn der Hund sich völlig an Ihnen orientiert, kann ans Ableinen gedacht werden. Suchen Sie sich  während des Trainings immer belebte Orte und Ablenkungsobjekte wie Radfahrer, Artgenossen, Menschen etc.

falsch ist
Evtl. Übergriffe auf seinen Alphastatus wehrt er, als Akt der Selbstverteidigung, notfalls auch gegen seine menschlichen Rudelmitglieder ab.

richtig ist
Zeigen Sie dem Hund mehrmals täglich ein Futterstück und halten Sie es anschließend seitlich weg von Ihrem Körper. Sobald der Hund Sie anschaut geben Sie ihm wortlos das Futter. Sie bauen so eine wichtige Abhängigkeit auf und der Hund lernt, dass er erstrebenswerte Ressourcen wie Futter nur über den Menschen bekommt. Reduzieren Sie den Hund in seinen Bewegungsräumen, gehen Sie nur noch an der Leine mit ihm in den Garten oder spazieren. Ein Hund, der von Allem zu viel hat (Streicheleinheiten, Zuwendung, Futter, Beute, Bewegungsraum) sieht keinen Grund darin, sich am Menschen zu orientieren. Je mehr Erfolgserlebnisse der Hund durch sein aggressives Verhalten bekommt, desto schlimmer wird sein Verhalten. Bestrafen Sie niemals einen knurrenden Hund, er wird aufhören zu knurren und sofort beißen.



Quelle: Hundewelten

 
 
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